Mittelalterwoche 2021 – Handelnde aller Nationen versammelt euch in der Metropole Markt Rieneck!

 

 

 

 

 

Täterätää! Höret zu, liebe Freunde, Mittelaltermenschen und Bürgerschaftlerinnen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frohe Kunde wird ins Land getragen! Denn im Sommer des Jahres 2021 wird die Mittelalterwoche des VCP erneut über die Burg Rieneck hereinbrechen. Unser lang ersehntes Ereignis wird auf Geheiß des Grafen unter dem Titel „ZEIT ZU HANDELN – Rieneck floriert“ stehen. Freut euch nach drei langen Jahren wieder auf eine Woche voll regem Treiben und besonderer Atmosphäre auf der sommerlichen Burg im Spessart!

 

 

 

 

 

 

Vom 01.08. – 08.08.2021 werden wir gemeinsam der Kreativität, dem Handwerke, der Musik und der Lebenslust frönen. Handelnd und wandelnd werden wir uns zwischen den alten Gemäuern, erhobenen Steuern und preislichen Ungeheuern bewegen. Feilschen, bieten, riskieren, verlieren und am Ende hoffentlich triumphieren. Denn wer sind wir, wenn nicht die listigsten und berechnendsten Händlergruppen dieses Landes. Egal, ob deine ökonomischen Wege dich aus dem fernen Norden  in dies Paradies des Kommerzes geführt haben oder die Seidenstraße dich geleitet hat, auf dieser Burg sind alle Handelnden willkommen. Doch vergesst nicht, dem Grafen einen Zehnt eures Gewinns zu zollen!
So traget dieses Datum in eure Zeitplaner ein, auf dass ihr es nicht versumpfet! Im Laufe der nächsten Monate werden sich die Möglichkeit und die Details zur Anmeldung wie von magischer Hand auf dieser Seite auftun.

 

Und so trägt es sich zu:

Sonntagmittag, im Jahre des Herren 1320

Das staubige Licht des Spätsommers  fällt auf die Dorfstraße Rienecks. Während ein knittriges Mütterchen den Nachttopf aus dem Fenster entleert, drängen sich die Schweine mürrisch quiekend um den Brunnen. Zwei Buben sitzen daneben, kauen auf Gräsern und spucken Kirschkerne durch die rosa Ringelschwänzchen. Von weitem hallen freudige Rufe an das Ohr, Jung und Alt liegen oder schwimmen am Sinnufer, sinnieren und genießen den letzten warmen Sommertag.

Auf der Dorfstraße steigt ein untersetzter, blasser Mensch unter Keuchen auf ein wackeliges Podest. Seine zu großen aber ehemals feinen Gewänder kleben und jucken auf der schwitzigen Haut, als er zwischen den Falten des Stoffes mit einer fahrigen Bewegung eine Schriftrolle hervorzieht. Er räuspert sich kurz und sucht die Fenster nach Publikum ab, das ihm bisher entgangen sein könnte. Ein Fensterladen wird zugeschmettert und der Inhalt des Nachttopfes fließt träge der Schweineherde entgegen. Die Schweine und die zwei Buben sind das gewohnt…

In der drückenden Stille ertönt nun die zittrige Stimme des Beamten. Er ist schon heiser, weshalb er mehrmals mit den Worten kämpft: „ Hör..ch ,ch..ähem.. Höret … hüstel HÖRET HÖRET!

Die Stadtverwaltung gibt bekannt

zum nächsten Markt in diesem Land

Wird unser Dorf alsbald ernannt,

Markt Rieneck soll es heißen nun,

zum Handeln gibt es…“

Ratlos suchend blickt er sich um:

„… Schwein und … äähh…Huhn?!

Ein jeder muss gemeldet sein,

so bringt das Formular herein,

den Gulden tun wir jetzt erheben,

dann wird ein Platz an euch vergeben!

Keuch, Hust….Sakrament, verreck numalno …. Mir hört doch kei Sau zu!“ Verärgert stopft er die Rolle in den Gürtel, packt den Saum seines Gewandes und stolpert die Holzstufen herunter, ein Schwein blickt ihn aus treuen Äugelchen an. Während er wieder in den modrigen Hallen des Rathauses verschwindet, ziehen sich die Buben Kirschkerne aus den Ohren: „ Eh, hat der Mo was gsocht?“.

Hat ihm wirklich keiner zugehört? Ihm nicht…. Aber so viele Botschaften und Gesandschaften des Grafen haben die Kunde in die Welt getragen. So lasst nur ein bisschen Zeit in Land gehen. Es wird sich schon zeigen, was der Markt zu bieten hat.

 

Montagmorgen, Monate später, im Jahre des Herren 1321

Ebenjene Burschen, immer noch ausgemachte Lausbuben und grün hinter den Ohren, stehen, sich den Schlamm von den dreckigen Beinen waschend, am Dorfbrunnen. Auf einmal hebt der dümmere von beiden den Kopf: „Sachamal, riechst du des ooch?“. Der weniger Gescheite schüttelt aber nur abwehrend den Kopf. „ Doch, doch!“, der Dümmere ist sich sicher: „Da kocht doch wer was Feines! Aber a so a Gwürz, des hab ich no nie gerochen…“ .

Kurz darauf blickt der andere fragend herum: „ Sachamal, hörstes ooch? Da klapperts und trommelts von Fern!“. Beide horchen gespannt. Lautenklänge und unbekannte Gesänge dringen immer deutlicher an ihre Ohren.  Ein Lufthauch trägt die Gerüche von Zimt und Chilli, Koriander und Kardamom durch die Straßen, doch die Buben, können sie nicht zuordnen. Aus dem Tal kündigen Hufgeklapper, ratternde Räder und treibende Rufe die Ankunft fremder Reisender an. „Gschwind, da gibt’s was zu guckn! Wer da wohl komm`n mag?“ hektisch stolpern die Buben über das Kopfsteinpflaster, denn sie wollen die ersten sein, die die Neuankömmlinge zu Gesicht bekommen.

Als sie an der Biegung der Dorfstraße gen Tal angelangen, eröffnet sich ihnen der Blick auf ein extraordinäres Schauspiel. Vorne zieht ein Vierer-Gespann edler Rappen einen Wagen voller Felle, weiter hinten zerren zwei starke Ochsen einen Karren voller Eichenfässer. Dort sitzt ein in prächtige Tücher geschlungener Mann rückwärts auf einem Esel, während er eine herzzerreißende Melodie auf einer Flöte spielt. Daneben rennt eine Horde Kinder in den wunderlichsten Gewändern den Berg herauf, in fremden Zungen kreischen und johlen sie, bis eine stattliche Frau in prächtigen Fellmantel auf ihrem Maultier zwischen sie galoppiert und gehörig maßregelt. Ein Ende des Zuges ist nicht in Sicht. Geschlossene Fuhrwerke, die mit mystischen Zeichen bemalt sind, reihen sich an offene Kutschen, voller Kisten und Körbe. Dazwischen reiten und laufen einzelne Personen, die alle beladen sind mit großen Säcken und die am Gürtel zahlreiche Beutel, Waffen und ungewöhnliche Gegenstände tragen. Sogleich fällt einem die Vielzahl an funkelnden Steinen, glänzendem Geschmeide und wunderlichen Apparaturen auf, die von den Männern wie den Frauen stolz zur Schau getragen werden.

Der Dümmere und der weniger Gescheite bekommen den Mund gar nicht mehr zu vor Staunen: „Das es sowas gibt… des gibt’s doch gar nedd….“ . Knarrend öffnen sich nun Reihen an morschen Fensterläden entlang der Gasse. Das Rienecker Volk kriecht aus allen Ecken, um die sonderbaren Neuankömmlinge zu bestaunen. So füllt sich der Dorfplatz langsam mit schaulustigen Einheimischen und willkommen geheißenen Besuchern. Überall wird gemunkelt und getuschelt: „ Die komma gwiss aus Unteraltenkaffingen!“ ,

„ Ach gwaaf, a Spanier muss des sein!“,

„ Ihr habts doch ka Ahnung nedd, des san echte Bärenfelle ausm Norden. Also sans Hunnen/ Händler aus Schweden!“

„ Ich seh doch abba Glas und Perlen, die gibt’s doch gwiss nur in Idalien..“

Recht haben die Rienecker wohl alle ein bisschen. Denn aus aller Herren Länder kommen die Händlerinnen und Händler in das kleine Dorf Rieneck, um hier zu feilschen, zu bieten, zu riskieren, zu verhandeln und letztendlich zu triumphieren.

Der Dumme und der wenig Gscheite rennen hier hin, rennen dort hin. Bald mit den fremden Kindern, bald zu den geheimnisvollsten Wägen. Lüften Zeltplanen um Geheimnisse auszuspähen, mopsen sich sonderbare Früchte und genießen den Aufruhr!

Sei auch du dabei! Tummle dich auf dem wundersamen Markt von Rieneck. Lerne die Künste weit gereister Handwerker kennen, handele und wandele zwischen den ehrwürdigen Mauern der Burg und frohlocke ob der bunten und rauschenden Lebenslust, die hier, wie selten in diesem provinzialen Lande die Herzen beseelt.

So melde dich an und versumpfe es nicht.

Auf der Netzseite mittelalterwoche.de findet ihr alle Informationen und das Formular zur Anmeldung.

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Mittelalterwochenteam ( info@mittelalterwoche.de)

Paul, Felix, Katha, Sophia, Nils